Wir hinterlassen Spuren

Wir sehen es nicht - spüren aber die Veränderung.
Wenn Sie am Strand spazieren gehen, hinterlassen Sie Fußspuren im Sand. Sie sehen wahrscheinlich auch die Fußspuren von anderen Menschen, vielleicht sogar von einem Strandbuggy der vorbeigefahren ist. Genauso wie wir beim Strandspaziergang Spuren hinterlassen, haben wir auch einen ökologischen Fußabdruck. Mit dem Produkt das wir kaufen, mit jedem Kilometer den wir mit einem Verbrennungsmotor angetriebenen Fahrzeug zurücklegen setzen wir CO2 frei. Das schlimme dabei ist aber, wir können nicht sehen wie viel Spuren wir hinterlassen. Darum ist dieses Thema für viele schwer greifbar - denn wir erkennen keine direkten Auswirkungen unseres Handelns.

Schauen wir mal auf die Statistik
Im Durchschnitt verursacht jeder Deutsche 7,71 Tonnen CO2 pro Jahr durch privaten Konsum. Rechnet man noch alle öffentlichen sowie industriellen Quellen und kalkuliert auch andere klimaschädliche Stoffe mit ein, liegen wir bereits bei 11,6 Tonnen CO2 pro Bundesbürger. 
Zum Vergleich: der globale Durchschnitt ist mit 4,8 Tonnen CO2 pro Einwohner deutlich niedriger.

Wenn wir das Ziel des Pariser Klimagipfels - maximal 2°C Erderwärmung bis 2100, besser sogar nur 1,5°C - erreichen möchten, dürften wir im Schnitt nur noch eine Tonne CO2 pro Einwohner ausstoßen. Wir müssen also unseren CO2 Ausstoß um das 11 fache kürzen. Das sind sehr ambitionierte Ziele und erfordern die Mitwirkunger aller Betroffenen - Politik, Industrie, Bürger, Sie und mich.

Mit dem Klimaschutzplan 2050 zur Klimaneutralität
Die Bundesregierung hat die Ergebnisse des Pariser Klimagipfels in 2015 deutlich mitgeprägt. Für die Umsetzung der Ziele hat Deutschland den Klimaschutzplan 2050 entworfen. Damit hat die Bundesregierung Ziele festgelegt, wie Deutschland bis 2050 nicht mehr Treibhausgase verursacht, als es auch wieder einspart (Treibhausgasneutralität).

CO2 Steuer der Schlüssel zum Erfolg?
Eine CO2-Bepreisung soll klimaschädliches Verhalten verteuern und einen Anreiz zu effizienter Treibhausgas-Vermeidung oder -bindung setzen. Auf europäischer Ebene existiert mit dem Emissionshandel der Europäischen Union (EU ETS) bereits ein CO2-Bepreisungssystem für den Strom- und Industriesektor sowie den innereuropäischen Luftverkehr.
Jedoch deckt dieses System nur knapp die Hälfte aller CO2-Emissionen ab; die Verkehrs-, Gebäude- und Landwirtschaftssektoren unterliegen auf europäischer Ebene noch keiner CO2-Bepreisung.
Die optimale Höhe der CO2-Steuer muss den Spagat zwischen ökonomischer Effizienz, ökologischer Effektivität und sozialer Akzeptanz schaffen.
In den letzten Jahren lag der CO2-Zertifikatspreis bei rund 5 Euro pro Tonne CO2. Aktuell werden bereits 25 Euro pro Tonne CO2 aufgerufen - Tendenz steigend, dank Verknappung)

Unterschied zwischen Zertifikat und Steuer
Bei der CO2-Steuer legt der Staat 
eine einheitliche Steuer beziehungsweise Abgabe pro freigesetzte Tonne CO2 fest, eine indirekte Verbrauchssteuer also.

Emissionshandelssysteme (engl. emissions trading scheme – ETS) begrenzen die Menge der CO2-Emissionen.Hierzu werden handelbare Zertifikate ausgegeben, die die Inhaber jeweils zum Ausstoß einer Tonne CO2 berechtigt. Ein ETS umfasst dabei einen klar definierten Geltungsbereich (subnational, national oder international), in dem dann für bestimmte Bereiche bzw. Sektoren und eine zeitlich begrenzte Handelsphase eine CO2-Emissionsobergrenze (Deckel) festgelegt wird. Die entsprechende Menge an handelbaren Zertifikaten (CO2-Emissionsberechtigungen) wird dann an die Marktteilnehmer ausgegeben, d. h. entweder frei zugeteilt, verkauft oder versteigert.
Am Ende einer Handelsperiode müssen die Marktteilnehmer für die jeweils bei ihnen angefallenen CO2- Emissionen entsprechend viele Zertifikate vorweisen – ansonsten drohen in der Regel Sanktionen.

Den eigenen Fußabdruck messen
Wer sich einmal über den eigenen CO2-Ausstoß infomieren möchte, kann dies unter uba.co2-rechner.de/de_DE ausprobieren.

CO2-Äquivalente schaffen Vergleichbarkeit
Wenn wir über Klimaschutz und Treibhausgase reden, sprechen wir immer nur vom CO2 (Kohlenstoffdioxid). In Wirklichkeit gibt es aber noch viele weitere klimaschädliche Treibhausgase. Beispielsweise ist die Treibhausgaswirkung von Methan (CH4) rund 28 mal und von Lachgas (N2O) rund 265 mal höher als bei CO2, bezogen auf 100 Jahre.
Zur Vereinfachung rechnet man aber andere Treibhausgase in CO2 Mengen um, den sogannten CO2-Aquivalenten. Somit können wir unabhängig der Verursachungsquelle vergleichbare Aussagen treffen.

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