Wichtiger Partner für die Bundeswehr in der Nachbarschaft

02.09.2020

Die Landsystemindustrie ist zentraler Bestandteil der deutschen wehrtechnischen Industrie. Der Marktführer für hochgeschützte Rad- und Kettenfahrzeuge in Europa ist das Unternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW), mit einer wichtigen Produktionsstätte im nordhessischen Kassel. Dorthin, gleichsam in die Nachbarschaft Ostwestfalens, unternahm die Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge einen Abstecher, um sich vor Ort von den weitreichenden Systemkompetenzen des Unternehmens zu überzeugen.

Heute beschäftigt KMW mehr als 4.000 Mitarbeiter an weltweit achtzehn Standorten. Zur Produktpalette des Unternehmens gehören Kampfpanzer und Artilleriesysteme, Schützenpanzer, Flugabwehr-, Aufklärungs- und Brückenlegesysteme sowie luftverladbare und hochgeschützte Radfahrzeuge. Damit ist KMW ein wichtiger Lieferant für die Bundeswehr, doch insgesamt greifen die Streitkräfte von über 50 Nationen weltweit auf die Produkte des Unternehmens zurück. Im Zuge eines Werksrundgangs informierte sich Kerstin Vieregge somit unter anderem über die, auch vom Deutschen Heer genutzten, Waffensysteme MARS und Panzerhaubitze 2000. Auch der Kampfpanzer Leopard 2, der, mittlerweile mehrfach kampfwertgesteigert, als einer der besten der Welt gilt, stammt aus dem Hause KMW. Ein Themenschwerpunkt des Besuchs war die Zukunft des Schützenpanzers Puma, der seit einiger Zeit auch von den Panzergrenadieren in der Augustdorfer Rommel-Kaserne genutzt wird, und zum Zeitpunkt des Besuchs die finale Einsatzprüfung im Hinblick auf den Einsatz VFTF 2023 im Baltikum durchlief. Kerstin Vieregge blickt zuversichtlich auf die Zukunft des Puma: „Der Schützenpanzer Puma ist ein hochmodernes Waffensystem, dem noch einige Kinderkrankheiten ausgetrieben werden müssen. Ich hoffe sehr, dass er 2023 planmäßig verwendet werden kann und künftig in höherer Stückzahl grundsätzlich das Rückgrat der Panzergrenadiere der Bundeswehr bildet.“

Weiterhin wurde die Zukunft europäischer Gemeinschaftsprojekte diskutiert. Seit dem Jahr 2015 ist KMW ein Unternehmen der deutsch-französischen Wehrtechnikgruppe KNDS (KMW + Nexter Defense Systems). Auf dieser Grundlage haben Deutschland und Frankreich die Entwicklung eines Nachfolgers für den Leopard 2 vereinbart. Das Projekt trägt den Titel MGCS (Main Ground Combat System). Dazu sagte Kerstin Vieregge: „Rüstungsprojekte dieser Größenordnung sind leichter zu stemmen, wenn man Partner hat. Ich wünsche mir sehr, dass das Projekt MGCS zu einem erfolgreichen Abschluss kommt. Die Zusammenarbeit des Heeres mit den Landstreitkräften anderer Nationen zeigt, wie erfolgreich man in der europäischen Zusammenarbeit sein kann.“ Die Abgeordnete betonte außerdem die Notwendigkeit weitergehender politischer Unterstützung für die Landsystemindustrie: „Dieser Industriezweig ist bislang gut durch die Corona-Krise gekommen. Doch darf dies nicht aufs Spiel gesetzt werden. Ehe beispielsweise Lieferketten aus dem Mittelstand zusammenbrechen, sollte Deutschland hier stützend eingreifen und spürbare Impulse durch die schnellere Umsetzung dringend benötigter Beschaffungsprojekte für das Heer schaffen.“