Wehrpflicht oder Gesellschaftsjahr? Diskussion mit der Schüler Union

26.03.2019

Nach der im Jahr 2011 ausgesetzten Wehrpflicht gibt es immer wieder Forderungen, die Wehrpflicht wieder einzuführen oder alternativ ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr zu etablieren. Vor dem Hintergrund dieser Debatte hat die Schüler Union Lippe am vergangenen Samstag eine Veranstaltung ausgerichtet. Max Hinrichsen, Kreisvorsitzender der SU Lippe, konnte als Referenten die beiden Bundestagsabgeordneten und Mitglieder im Verteidigungsausschuss, Kerstin Vieregge (CDU) und Christian Sauter (FDP), sowie den ehemaligen Landtagsabgeordneten, Walter Kern (CDU) begrüßen.

Alle drei Politiker waren sich einig, dass eine Wiedereinführung der Wehrpflicht keine Option sei, da sich die Anforderungen der Bundeswehr im Laufe der Zeit geändert hätten und gar nicht mehr die Bedarfe sowie die Ausbildungsstrukturen in dem erforderlichen Maße bestünden. Die beiden CDU-Politiker, Kerstin Vieregge und Walter Kern, äußerten sich hingegen aufgeschlossen gegenüber einem verpflichtenden Gesellschaftsjahr. Dieses könnte nach Vorstellung von Vieregge und Kern in den unterschiedlichsten Bereichen stattfinden – bei Feuerwehr und THW ebenso wie in Sportvereinen, im Umweltschutzbereich oder in der Jugendarbeit.

Nach Auffassung von Kerstin Vieregge sollte darüber nachgedacht werden, ob ein solches verpflichtendes Jahr nicht auch auf europäischer Ebene stattfinden könne. Dadurch würden die europäische Identität und der soziale Gedanke gestärkt und gleichzeitig die Lust der Jugendlichen am Reisen bedient. Walter Kern sieht die Vorzüge eines Gesellschaftsjahres auch darin, dass Jugendliche dem Staat, welcher jahrelang in ihre Ausbildung investiert hätte, auch etwas zurückgeben könnten. „Dadurch wird auch der Zusammenhalt in der Gesellschaft gestärkt", so Kern.

Christian Sauter betonte in seinem Statement, dass er seine Wehrdienstzeit zwar positiv in Erinnerung habe und diese eine für seine persönliche Entwicklung wertvolle Zeit gewesen sei. Trotzdem lehne er ein verpflichtendes Jahr eindeutig ab, da ein solches „zu sehr in die Freiheit eines jungen Menschen eingreift“. In einer anschließenden Diskussion zeigte sich, dass die Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres in der Schüler Union Lippe durchaus umstritten ist. Die Mehrheit sprach sich daher dafür aus, ein Gesellschaftsjahr auf freiwilliger Basis zu fördern.