Schützenhilfe für Jobstarter geben

10.06.2020

Pünktlich zum „Tag der Ausbildungschance“ und unmittelbar nach Verabschiedung des „Kraftpaketes“ zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie konnten die lippischen CDU-Bundestagsabgeordneten Kerstin Vieregge und Christian Haase einen ausgewiesenen Experten zum Thema aus Berlin begrüßen. Im Detmolder GILDE-Zentrum diskutierten sie gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, und Azubi-Coach Heike Görder sowie dem Schulleiter des Lüttfeld-Berufskollegs, Manfred Kreisel, über die Entscheidungen der Koalition sowie die anstehenden Herausforderungen. „Junge Menschen in Ausbildung bringen und halten – das sind die zentralen Herausforderungen auch in diesen für Unternehmen schwierigen Zeiten“, waren sich Rachel, Vieregge und Haase einig. Mit dem Projekt Ausbildung in Lippe mit externem Ausbildungsmanagement, kurz ALEXA, sehen alle drei die Region hier sehr gut aufgestellt.

Für Staatssekretär Thomas Rachel stehen einige Betriebe derzeit besonders im Fokus: „Wir müssen sicherstellen, dass vor allem die großen Unternehmen weiter zu ihren Ausbildungsverpflichtungen stehen, denn schließlich profitieren sie jetzt auch von staatlichen Hilfen.“ In Lippe mit seinen mittelständisch geprägten Unternehmen können Vieregge und Haase hier Entwarnung geben: „Die große Zahl der Firmen, vor allem der Familienunternehmen, steht zu ihrem Wort.“ Auch die Weiterbetreuung der vermittelten Jugendlichen durch das Projekt ALEXA sei ein wichtiger Gradmesser – „der Wille, den Nachwuchs auszubilden, ist überall weiterhin da“, so Heike Görder. Das Jobstarter-Projekt ALEXA am Lemgoer Berufskolleg Lüttfeld wird als eines von 12 Projekten bundesweit aus dem Topf des Bildungsministeriums mit 599.000 Euro bis Ende 2021 gefördert – „sehr gut angelegtes Geld“, wie Staatssekretär Rachel nach dem intensiven Gespräch hervorhob.

Aus Sicht der Praxis erläuterten Görder als Projektverantwortliche beim GILDE-Zentrum und Schulleiter Kreisel die derzeitige Situation: „Einzelne Branchen sind im Bereich der Ausbildung nach wie vor stark, bei anderen steht es derzeit total in den Sternen, wie es weitergeht“. Gerade für Jugendlichen, die vom Jobstarter-Projekt des GILDE-Zentrums betreut werden, sei diese Unsicherheit auch menschlich belastend. Deshalb geht man bei ALEXA auch weiter in die Offensive: „Wir haben gerade eine Broschüre entwickelt, die sich mit 20 plus einem Tipp an ausbildungswillige Jugendliche richtet“, erklärt Heike Görder. Parallel stehen die Azubi-Coaches auch in intensivem Austausch mit den kleinen und mittleren Betrieben der Region, um trotz möglicher Verschiebungen des Ausbildungsjahres ihre Jugendlichen in eine Ausbildung zu bringen.

Mit den Beschlüssen der Großen Koalition von Mittwoch hatte der Parlamentarische Staatssekretär natürlich gute Nachrichten im Gepäck: Für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag erhalten kleine und mittelständische Unternehmen eine einmalige Prämie in Höhe von 2.000 Euro. Unternehmen, die die Zahl ihrer Ausbildungsplätze erhöhen, bekommen sogar 3.000 Euro pro Platz. Ebenso sollen im Rahmen der Allianz für Aus- und Weiterbildung weitreichende Lösungen für Auszubildende gefunden werden, die in ihrem Unternehmen nicht mehr weiter ausgebildet werden können. „Es gilt jetzt, jeweils regional und branchenspezifisch zu agieren“, so Rachel. Dass diese konkrete Hilfe funktioniert, zeigte sich nur Stunden nach dem Besuch des Staatssekretärs: Nicht zuletzt dank der finanziellen Unterstützung konnte Azubi-Coach Heike Görder umgehend zwei Zusagen für je einen Ausbildungsplatz in lippischen Unternehmen abholen – „das sind nicht nur gute Nachrichten für zwei junge Menschen, sondern für uns alle“, findet Kerstin Vieregge.