Recycling stärken – Nachhaltigkeit fördern

22.11.2019

Seit Januar ist die Arbeitsgemeinschaft Arbeit gGmbH (AGA) in ihren neuen Räumlichkeiten am Fliegerhorst in Detmold – nur ein Grund für die lippische Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge, den zentralen Sperrmüllentsorger für Lippe und sozialen Arbeitgeber zu besuchen: „Die Themen Recycling und fachgerechte Entsorgung rücken in der aktuellen Debatte um Klimaschutz und Nachhaltigkeit nach meiner Ansicht zu sehr in den Hintergrund. Dabei ist genau dies etwas, wo jeder Einzelne ohne großen eigenen Aufwand zum Gelingen von Umwelt- und Klimaschutz beitragen kann“, so Vieregge bei ihrem gemeinsamen Besuch mit dem AGA-Vorstandsmitglied Walter Kern.

Die 1987 gegründete AGA sollte nach dem Willen ihrer Gründer vor allem ein arbeitsmarktpolitisches Instrument sein – und hat sich bis heute zu einem der wichtigsten Akteure für Recycling in Lippe entwickelt. „Wir beschäftigen heute insgesamt 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in drei Bereichen: Recycling, Industriemontage und in Umweltprojekten“, erklären die Geschäftsführer Jens Fillies und Ulrich Schlotthauer beim Rundgang. Vor allem Langzeitarbeitslose und Menschen mit Handicap werden durch die AGA in Lohn und Brot gebracht: „Individuelle Förderung, Flexibilität bei der Gestaltung von Maßnahmen, sowie ein großer Rückhalt bei den Lippern – das sind unsere Erfolgsrezepte“, betont auch Betriebsleiter Roy Schnormeier.

Die Rückgewinnungsquote der AGA spricht deutlich für das System: Rund 80 Prozent der hier angelieferten Teile können wiederverwertet oder Rohstoffe aus ihnen zurückgewonnen werden. „Die Rohstoffrückgewinnung ist ein wichtiger Baustein der Nachhaltigkeit. Zudem sind wir in Deutschland kein Land der Bodenschätze und müssen daher darauf achten, dass wir sorgsam und nachhaltig mit unseren Ressourcen umgehen“, erklärt Kerstin Vieregge.

Ein besonderes Augenmerk legte Vieregge bei ihrem Besuch auch auf ein Umweltprojekt der AGA: Mit „Wasser im Fluß“ werden Wasserläufe in Lippe naturnah zurückgebaut oder umgestaltet – und das bundesweit vorbildlich: „Es gibt sonst in keinem Bundesland ein solches Modell wie hier in Lippe, bei dem sozial- und arbeitsmarktpolitische Komponenten dem Umwelt- und Naturschutz zugutekommen“, erläutert Projektleiter Jens Vespermann. Der Rückbau von Wehren, die naturnahe Gestaltung von Bachläufen oder die Entfernung von Verrohrung sind die Kernstücke des Projektes. Gefördert werden die Maßnahmen durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie und die lippischen Kommunen. „Am Ende profitieren von diesem Projekt nicht nur Natur und Umwelt, sondern auch Mensch und Tier – das ist im Besten Sinne, was man eine „Win-Win-Situation“ nennt“, findet Vieregge.