Nachhaltigkeitsziel 3 - Gesundheit und Wohlergehen

Das Nachhaltigkeitsziel 3 - Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern!

Täglich sterben immer noch rund 16.000 Kleinkinder, viele von ihnen beispielsweise an Infektionskrankheiten, die heute mit wenig Geld zuverlässig heilbar oder durch Prävention sogar ganz vermeidbar sind.
Weltweit leben etwa 39 Prozent der Weltbevölkerung ohne Krankenversicherung, in Entwicklungsländern sind es sogar mehr als 90 Prozent der Menschen. Die Verbesserung der Gesundheit durch eine Stärkung der Gesundheitssysteme, der medizinischen Forschung und der internationalen Zusammenarbeit ist daher ein wichtiges Ziel der Staatengemeinschaft.

Pflege und flächendeckende Versorgung wird zur Herausforderung in Deutschland

Das deutsche Gesundheitssystem wird vielfach als eines der besten in der Welt beschrieben. Wir haben eine funktionierende gute und flächendeckende medizinische sowie pflegerische Versorgung. Jede Bürgerin und jeder Bürger erhält eine gesundheitliche Dienstleistung in Deutschland, unhabhängig vom Alter, Einkommen und Wohnort.

Die Bundesregierung möchte diesen hohen Standard aufrecht erhalten und sogar weiter ausbauen. Denn die flächendeckende Versorgung, insbesondere in ländlichen Regionen sowie die Sicherung der Pflege bei steigenenden Pflegefällen und steigendem Bedarf an Pflegekräften.
Die Bundesregierung hat daher im August 2018 ein Sofortprogramm Kranken- und Altenpflege beschlossen. 13.000 zusätzliche Stellen soll es für die stationäre Altenpflege geben. Außerdem sollen Pflegeberufe durch eine bessere Bezahlung und eine höhere Anerkennung attraktiver werden. Pflegende Angehörige können zudem einfacher eine Reha bekommen, damit sie selber fit bleiben.

In Deutschland soll konkret erreicht werden:

  • Senkung vorzeitiger Sterblichkeit auf 100 (Frauen) bzw. 190 (Männer) Todesfälle pro 100.000 Einwohner bis 2030
  • Senkung der Raucherquote von Jugendlichen auf 7 Prozent, der Erwachsenen auf 19 Prozent bis 2030
  • Anstieg der Adipositasrate von Jugendlichen und Erwachsenen dauerhaft stoppen
  • Senkung der Emissionen von Luftschadstoffen bis 2030 auf 55 Prozent gegenüber 2005
  • Möglichst flächendeckende Erreichung des Richtwerts der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Feinstaubbelastung von nicht mehr als 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft bis 2030

Gesundheit in Lippe
Lippe ist ein Teil des "Heilgarten Deutschlands", wie die Region OWL gerne genannt wird. Dabei sind verschiedene Ebenen zu unterscheiden.
Mit der Entscheidung, die künftige Universitätsklinik der medizinischen Fakultät Bielefeld auch beim Klinikum Lippe anzudocken, ist eine nachhaltige Weichenstellung für das Gesundheitswesen in Lippe erfolgt. Diesen Aufbau müssen wir als Politik jetzt intensiv begleiten und Synergien schaffen, beispielsweise mit den anderen Standorten unserer Gesundheitsregion.

Zugleich droht eine Unterversorgung bei Haus- und Fachärzten in Lippe: Augustdorf, Barntrup, Oerlinghausen, Kalletal und Schieder-Schwalenberg gelten bereits als gefährdet. Mittelfristige Lösungen werden in Dörentrup, Extertal und Lügde gefunden werden. 156 praktizierende Ärzte in Lippe sind bereits über 65 Jahre alt, es fehlt an Nachwuchs. Hier muss Politik steuernd eingreifen, kommunal, auf Kreisebene und im überregionalen Verbund. 
Neben dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW engagieren sich auch die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe mit Förderungen speziell für Hausärzte in den Kommunen Bad Salzuflen und Lage.

Für die Zukunft wird der demographische Wandel noch stärker als bisher auch in der Pflege ein große Rolle spielen: Mehr hochaltrige Menschen, eine höhere Lebenserwartung und damit eine steigende Nachfrage nach Betreuung und Pflege. Während aus Berlin die Signale zur Stärkung des Pflegeberufs durch das "Sofortprogramm Pflege" klar und deutlich sind, bleibt auch hier vor Ort noch viel zu tun: Allgemein muss die Wertschätzung des Pflegeberufs (egal, ob im Krankenhaus oder in der Altenpflege) besser werden. Zugleich sollten Modelle vor Ort intensiver betrachtet werden, wie etwa gemeinsame Wohnformen und Mehrgenerationenhäuser, in denen Menschen füreinander da sind. 

Und jeder einzelne von uns kann etwas tun: Die eigene Gesundheit wird noch zu oft vernachlässigt. Dabei ist Prävention gerade in Lippe doch so einfach. Ob man Wandern geht oder eine Runde Schwimmen (gut für Herz, Muskeln und Bewegungsapparat), einen VHS-Kurs zur Selbstorganisation und damit zum Streß-Abbau besucht oder ob man eines der vielen Angebote von Rückenschule über Qi Gong bis hin zu klassischen Präventionsmaßnahmen in einem unserer Heilbäder in Anspruch nimmt - in Lippe lässt es sich lange gesund bleiben!

Gesundheit ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit
Gesundheit ist und bleibt ein wichtiger Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Im Jahr 2016 wurde hierfür rund eine Milliarde Euro an Entwicklungsgeldern bereitgestellt. Allein beim Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM) ist Deutschland über das BMZ mit 810 Mio Euro für drei Jahre, aber auch mit eigenem Sitz in den Entscheidungsgremien sehr engagiert beteiligt.

Weitere Initiativen der Bundesregierung für eine bessere weltweite Gesundheit:

 

Zurück