Nachhaltigkeitsziel 15 - Leben an Land

Das Nachhaltigkeitsziel 15 - Leben an Land.

Termine:

26.07.2019, 12.00 Uhr   Heimischer Wald ist in Gefahr:
                                                 Rundgang mit dem Verband der Waldbauern,
                                                 Hof Meier zu Beerentrup, Wilberger Straße 60, 32760 Detmold

Artikel zum Termin:        "Klimawandel bedroht unsere Walder"

Kein anderes Nachhaltigkeitsziel können wir gerade in ländlichen Regionen besser beobachten und Änderungen feststellen, als das Leben an Land. Intakte Ökosysteme sind die Grundlage für Leben auf der Erde und eine nachhaltige Entwicklung. Sie dienen einer Vielzahl an Arten als Lebensraum, versorgen uns mit Nahrungsmitteln, liefern sauberes Wasser und saubere Luft. Sind sie gestört, treibt das viele Menschen in Hunger, Armut und Flucht, führt zu Umweltkatastrophen, gefährdet unser Klima und bedroht unsere künftige Rohstoffversorgung. Weltweit stehen durch das rasante Wachstum und die fortschreitende Industrialisierung viele Ökosysteme auf der Kippe.

In Deutschland spüren gerade unsere Wälder die veränderten Wettersituationen. Langanhaltende Trockenphasen schwächen die Abwehrkräfte der Bäume und führen zu Schädlingsbefall bis hin zum Absterben. Immer wieder geraten größere Waldgebiete in Brand und bedrohen dabei auch Siedlungsgebiete. Wir merken heute schon die Auswirkungen des Klimawandels direkt vor Ort. Zukünftig werden wir neue Lösungsansätze für die Bewirtschaftung der Wälder benötigen. Beispielsweise können klimaresistentere fremdländische Baumarten als Ergänzung zu unseren Hauptbaumarten eingebracht werden. Denn Wälder sind ein wichtiger Kohlenstoffspeicher und gleichzeitig Zuhause und Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. 

Eine nachhaltige Nutzung unserer natürlichen Ressourcen geht nur Hand in Hand mit biologischer Vielfalt, Bodenschutz und einem politischen Rahmen, der Nutzung und Schutz aufeinander abstimmt statt gegeneinander auszuspielen.

Deutschland investiert in Artenschutz weltweit
Auf dem Pariser Klimagipfel 2015 hat Deutschland gemeinsam mit Norwegen und Großbritannien vereinbart, für den Zeitraum 2015 bis 2020 insgesamt fünf Milliarden US-Dollar für die Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und Verschlechterung des Zustands der Wälder auszugeben. Deutschland beteiligt sich mit 500 Millionen Euro. 

Mit dem Aktionsprogramm Insektenschutz und der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt will die Bundesregierung die heimische Artenvielfalt erhalten. Damit sollen nicht nur Lebensbedingungen verbessert, sondern auch die biologische Vielfalt in Deutschland erhalten werden. Genauso setzt sie sich ein für den Schutz des Bodens, der Gewässer und Küsten.

Wald und Flur in Lippe
Die Land- und Forstwirtschaft in Lippe sind ein wichtiger Bestandteil der Region: Sie haben insgesamt eine Größe von ca. 87.000 Hektar (ha). Davon werden ca. 44.000 ha als Ackerland und ca. 9.000 ha als Dauergrünland genutzt, ca. 29.000 ha entfallen auf Waldfläche und Forsten. Auf dem größten Teil der Ackerfläche (ca. 29.000 ha) wird Getreide angebaut. Mehr als 20 Prozent der gesamten Zuckerrübenanbaufläche in Westfalen-Lippe liegen hier. Dies sorgt für eine besondere Verantwortung von Bauern, Land- und Forstwirten gegenüber den natürlichen Ressourcen, gleichzeitig sind sie auch mitbetroffen von Hitze und Schädlingsbefall. 

Mit dem Projekt „Blühendes Band durch Bauernhand“ engagieren sich Bauern und Landwirte, indem sie in Lippe rund 1.500 ha ihrer Ackerfläche in wertvolle Blühstreifen umgewandelt haben. Umgerechnet sind das 5.000 km Bienen- und Insektenparadies bei einer Breite von 3 Metern.

 

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