Nachhaltigkeit seit über 50 Jahren: Stadtwerke Lemgo

16.08.2019

„Klimaschutz? Machen wir seit über 50 Jahren“, so markant fasst Geschäftsführer Arndt Oberscheven die Arbeit der Stadtwerke Lemgo zusammen. Und die lippische Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge konnte sich bei ihrem Besuch im Bruchweg davon überzeugen, dass das stimmt: „Regionale Erzeugung und regionaler Verbrauch – in Lemgo kommen Strom und Wärme nicht von irgendwoher, sondern aus dem Ort“, lobte sie. Neben dem positiven Eindruck nimmt die Abgeordnete auch eine Reihe von Wünschen mit vom Besuch: „Gerade Stadtwerke als kommunale Unternehmen sind wichtige Partner vor Ort. Deshalb setze ich mich für ihre Stärkung ein, denn neben dem Klimaschutz sind Stadtwerke auch wichtig für Vereine, Sport und Kultur in den Kommunen.“

Das Klimaschutz in Lemgo sehr stark verankert ist, findet auch Dr. Georg Klene, Bereichsleiter Energiedienstleistungen: „Mit dem Energie- und Umweltzentrum „euz“ beraten wir unsere Kunden schon seit über 30 Jahren“. Gerade erst hat das Fraunhofer-Institut festgestellt, dass die Lemgoer im Vergleich zum durchschnittlichen Deutschen einen viel geringeren „Co2-Fußabdruck“ haben.

Der Hauptgrund für diese gute CO2-Bilanz in Lemgo ist die hohe Eigenstromerzeugung, weiß Oberscheven. Doch hier liegen für das städtische Tochterunternehmen auch einige Schwierigkeiten: „Manches gute Projekt wird nicht umgesetzt, weil es nicht gefördert wird. Gerade Modellprojekte erreichen ihre Wirtschaftlichkeit nur, wenn sie unterstützt werden.“ Bei anderen Themen gibt es von Seiten des Gesetzgebers Probleme: „Unser moderner Elektrokessel wäre ideal, um überschüssigen Strom in den Hochphasen zu Wärme umzuwandeln. Leider sieht der Gesetzgeber dabei aber vor, dass sämtliche Steuern und Entgelte fällig werden, so dass diese eigentlich klimaschützende Produktion völlig unwirtschaftlich ist.“ Gleiches gelte für die Förderung von kleinen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen: „Diese Technik werden wir sicher noch 20 Jahre brauchen“, schätzt Dr. Klene. Auch hier sei der Gesetzgeber gefordert, seine Förderpolitik zu überdenken – ebenso im Bereich der Fernwärme: „Mit der Fernwärme spart man langfristig, aber die Investitionen sind eben zunächst erst einmal da.“ Eine Erhöhung der Förderung bei Hausanschlüssen könnte hier aus Sicht der Lemgoer die Motivation der Eigentümer zum Anschluss an die Fernwärme steigern.

Auch das für Herbst angekündigte neue Klimaschutzkonzept wird sich in vielen Bereichen auf die Leistungen der Stadtwerke Lemgo stützen – und weitere Entwicklungen vor allem auch im Bereich der historischen Innenstadt fördern. Da dort hat man ein ehrgeiziges Ziel: Die Lemgoer Innenstadt soll klimaneutral werden. Möglich wird dies durch den Ausbau der Fernwärme und die Förderung von Sanierungen im Bestand.