Nachhaltigkeit als Zukunft des Bauens

24.09.2020

Der Bau-Boom ist ungebrochen – ob bei privaten Eigenheimen oder gewerblichen Bauten von Büros bis Fabrikhallen. Wie sich gerade bei Planung, Bau und Benutzung von Gebäuden auch die Nachhaltigkeit nicht nur im Sinne des Klimaschutzes sicherstellen lässt, darüber hat sich die lippische CDU-Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge mit Experten des Architekturbüros Sander ausgetauscht. „Sowohl bei gewerblichen Bauten wie auch bei den eigenen vier Wänden müssen wir besser als bisher Wirtschaftlichkeit mit Nachhaltigkeit, Energieeffizienz mit Klimaschutz, aber auch Komfort mit Gesundheit verbinden“, ist sich Vieregge sicher.

Das Architekturbüro von Klaus und Vincent Sander setzt dabei genau auf solche Verbindungen: „Ausgehend von der Aufgabenstellung berücksichtigen wir von Beginn an die verschiedenen Dimensionen eines Projektes – vom Standort und der Ausrichtung über die gewünschte Nutzung bis hin zur Auswahl der Materialen und der Umsetzung von Energieeffizienzstandards“, erklärt Klaus Sander, der das Büro seit 1993 führt. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf Flexibilität in der Nutzung gelegt: „Besonders nachhaltig sind Gebäude auch dann, wenn sie in ihrer Kubatur leicht auf unterschiedliche Nutzungen angepasst werden können – wenn also bei der Planung schon berücksichtigt wird, dass eventuell mal eine zweite Ebene eingezogen werden kann oder der Zuschnitt einer Büroetage angepasst werden kann.“ Ein Aspekt, der auch aus Sicht der Bundestagsabgeordneten Vieregge oft noch bei den Planungen zu kurz kommt: „Ob öffentliche Bauten, Bürogebäude oder Einfamilienhaus: Eine höhere Flexibilität der Grundrisse wäre generell wünschenswert“, sagt sie auch mit Blick auf die Erfahrungen beispielsweise mit mobilem Arbeiten während der Corona-Krise.

„Es gibt inzwischen technisch vielfältige Möglichkeiten, sein Haus nicht nur mit nachhaltigen Baustoffen zu errichten, sondern auch Heizung, Strom und Wasser energetisch nachhaltig zu gewinnen und zu verbrauchen“, erklärt Christian Stiller, Architekt im Büro Sander. „Mit einer Erd-Wärme-Pumpe, Photovoltaik und entsprechenden Speichermöglichkeiten sind Sie heute energetisch am Effizientesten, damit noch kostengünstig und nachhaltig sowie autark aufgestellt.“

Während die Einsparungen für das Klima und den Geldbeutel auch langfristig gut sind, scheut mancher die höheren Investitionskosten zu Beginn: „In der Anschaffung ist die Energieeffizienz etwas kostenintensiver, rechnet sich aber auf die Dauer in jedem Fall. Trotzdem wäre wünschenswert, dass hier Förderprogramm passgenauer ansetzen, um mehr Menschen vom nachhaltigen Bauen zu überzeugen“, gibt Vincent Sander der Bundestagsabgeordneten mit auf den Weg.

„Auch mit Blick auf die unterschiedlichen Herausforderungen des ländlichen Raums in Lippe müssen wir bei der Förderung von Bauten und der Unterstützung der Nachhaltigkeit den Menschen im Blick behalten“, fasst Vieregge zusammen. „Deshalb brauchen wir Lösungs- und Fördermöglichkeiten für den eher städtischen wie auch für den ländlichen Raum. Diesen Ansatz möchte ich für Lippe gerne weiterverfolgen, weil ich glaube, dass wir hier noch viel Luft nach oben haben.“