Mobil werden und bleiben

31.08.2020

Am Ende gab es noch ein kurzes Zögern bei der letzten Frage, dann waren die Prüfungsfragen der Führerscheinprüfung erfolgreich gelöst: Die lippische CDU-Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge ließ es sich nicht nehmen, ihr „schon ein paar Tage älteres Fahrschulwissen“ noch einmal zu testen. Ergebnis: Fehlerfrei. Doch im Mittelpunkt des Geprächs mit Tolga Duru, Gründer und Geschäftsführer der gleichnamigen Fahrschule in Lemgo standen vor allem Fragen rund um die automobile Mobilität von heute- wie etwa Begleitetes Fahren ab 17, autonome Fahrzeuge oder auch die aktuellen Veränderungen in der Straßenverkehrsordnung.

Dazu hat der Lemgoer Fahrlehrer eine klare Ansicht: „Ich würde eher am Punktesystem nachschärfen statt gleich mit Fahrverboten zu arbeiten“, sagt er. Durch den selbsttätigen Abbau der Punkte könne ein Fahrer sich quasi ausrechnen, „welche Verfehlungen er sich noch leisten kann.“ Ebenso sieht Duru einen Bedarf bei sogenannten Streckenführerscheinen, die beispielsweise Unter-18-jährigen die Fahrt von und zum Ausbildungsplatz ermöglichen – wie auch Kerstin Vieregge: „Warum nicht eine Koppelung an den Ausbildungsvertrag? Damit Jugendliche bei der Wahl des Ausbildungsplatzes flexibler sein können, gerade auch im ländlichen Raum.“

In dem 2015 gegründeten Betrieb ist manches anders, als in einer Fahrschule, wie man sie noch von früher kennt. Von Beginn an hat Gründer Tolga Duru auf Digitalisierung gesetzt - sowohl mit eigener App als auch mit speziellem Videotraining. „Das war natürlich während der Corona-Zeit ein großer Vorteil“, so der Lemgoer. Neben den bisherigen Standorten in Lemgo und Detmold will das Unternehmen in diesem Jahr noch eine Dependance in Lage eröffnen.

Parallel dazu hat er mit seinem Team einen großen Fokus auf die Pädagogik gelegt: „Mir ist es wichtig, die Fahrschüler dort abzuholen, wo sie stehen.“ Nur so könne man die Schüler motivieren, die Ziele vermitteln und den Spaß am Lernen hochhalten. Denn: „Autofahren ist auch eine Charaktersache und eine Investition in sich selbst“.

Und gerade im ländlichen Raum auch in Zukunft eine wichtige Investition in den eigenen Lebensweg: „Mobilität wird sich vielleicht verändern, aber mobil bleiben wollen junge wie ältere Menschen und dem gilt es, Rechnung zu tragen“, weiß Kerstin Vieregge. Stadt und Land noch besser zu verknüpfen, das wird eine der Herausforderungen der Zukunft.