Mit den eigenen vier Wänden zum Klimaschutz beitragen

11.08.2019

Für mehr Initiative an den eigenen vier Wänden wirbt die lippische CDU-Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge. Im Gespräch mit zwei lippischen Experten für die Sanierung von Gebäuden, den Gebrüdern Andreas und Guido Kramp aus Lemgo, wurde schnell deutlich, wie viel Potential in der energetischen Sanierung von Privathäusern steckt: „Mit neuer Dämmung, besseren Fenstern und einem gut isolierten Dach kann jeder Hausbesitzer nicht nur etwas Gutes für das Klima tun, sondern mittelfristig vor allem auch für den eigenen Geldbeutel“, erklärte die Abgeordnete. Unterstützen könnten dabei insbesondere die zahlreichen und auf verschiedene Bedürfnisse zugeschnittenen Angebote der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), über die die eigene Hausbank informiert.

„Insgesamt wird heute nachhaltiger gebaut“, hat auch Andreas Kramp beobachtet: „Zur CO2-Reduzierung sind aber noch immense Investitionen in die Bestandsbauten notwendig“. Und genau da hapert es aus Sicht der Renovierungsexperten: „Es wird mehr in den Lebensstandard gesteckt als in die eigenen vier Wände“. Eine Entwicklung, die auch Kerstin Vieregge schon öfter beobachtet hat: „Statt die Fenster zu sanieren, werden die paar Euro mehr für die höhere Heizungsrechnung hingenommen. Weil man lieber noch einen Urlaub macht, anstatt eine größere Summe in eine nachhaltige Sanierung zu stecken“, kritisiert sie. Hier fordert sie ein Umdenken, „schließlich kommt es uns allen zugute, wenn wir einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

Neben der veränderten Einstellung zum eigenen Grund und Boden sehen die Gebrüder Kramp und die Abgeordnete natürlich auch einen Hemmschuh in den explodierten Baupreisen der vergangenen Jahre: „Oft sind es nur noch Schrottwohnungen, die man wirklich günstig bekommt, alle anderen kosten richtig Geld“, findet Guido Kramp. Auch hier sei die Politik gefragt, neben Anreizen für Investoren auch selbst bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Dabei gebe es auch ein Gefälle zwischen Stadt und Land, ja sogar zwischen Ortsteilen: Während insbesondere in den Innenstädten durch Sanierungsgebiete oder den Denkmalschutz wirtschaftliche Vorteile bei der Sanierung eines Hauses winken, blieben in den Dörfern und Ortsteilen viele Wohngebiete der 1960er und 1970er außen vor.