Medizinische Versorgung in Lage

26.02.2019

Medizinische Fakultät, Landärztequote, Gründungszuschüsse für Arztpraxen – die Politik in Bund und Land unternimmt derzeit viel für eine gute flächendeckende medizinische Versorgung in Lippe. Auf Einladung des CDU-Stadtverbandes habe ich mit CDU-Bürgermeisterkandidat Dr. Stefan Everding interessierten Bürgerinnen und Bürgern zu den vielfältigen Initiativen und Anstrengungen auf Bundes- und Landesebene sowie vor Ort Rede und Antwort gestanden.

Die Sorge um den Ärztemangel stand bei den Anwesenden klar im Mittelpunkt – und diese Sorgen nehmen wir sehr ernst. Mit der Gründung der medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld durch Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat die CDU NRW eines ihrer wichtigsten Wahlkampfversprechen für OWL eingelöst. Bezogen auf Lippe haben wir mit der Klinikum Lippe GmbH einen guten, modernen und verlässlichen Partner im Krankenhausbereich. Durch die Weiterentwicklung des Klinikums zu einer Universitätsklinik werden sich weitere positive Effekte für die Arztversorgung ergeben. In Lippe wird sich auch die Landarztquote beim Medizinstudium deutlich bemerkbar machen, die der Bund den Ländern ermöglicht hat.

Und auch von Bundesebene gibt es breite Unterstützung für Patienten und Ärzte: Durch die Einführung des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes zum 1. Januar wird die personelle Situation in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verbessert. Mit dem aktuell in der Diskussion befindlichen „Terminservice- und Versorgungsgesetzes“ sollen gesetzlich Versicherte schneller Arzttermine bekommen. Hinzu kommen weitere Anreize für Haus- und Fachärzte, die mehr Sprechstunden anbieten und neue Patienten aufnehmen sowie Gründungszuschüsse für neue Praxen oder Praxisübernahmen.

Dr. Stefan Everding hob in seinem Beitrag die besondere Situation in Lage hervor. Mit einem Versorgungsgrad von ca. 72 % sei die Hausarztversorgung in Lage verbesserungswürdig, zumal rund 50 % der Hausärzte älter als 55 Jahre alt seien. Es gelte, neue Hausärzte für Lage zu finden. Es sei gut, dass sich Lage jetzt im Rahmen des LEADER-Projektes „Gesundheit vor Ort“ intensiv mit dem Thema beschäftige und dabei in der Zusammenarbeit mit Lemgo und Leopoldshöhe auch über den Tellerrand schaue. „Diese übergreifenden Kooperationen müssen wir stärken.“, so Dr. Everding. Nach dieser Analyse werde es wichtig sein, entsprechende Maßnahmen und Konzepte zu entwickeln und sie vor allem auch umzusetzen. Förderprogramme für angehende Ärzte oder Unterstützung bei der Niederlassung nannte er als Möglichkeiten.

Nach einer angeregten Diskussionsrunde im Anschluss an die beiden Vorträge fasste Michael Biermann, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Lage, den Abend zusammen: „Die Politik hat die Problematik rund um die medizinische Versorgung erkannt. Gezielte Schritte wurden eingeleitet, durch Gesetzesinitiativen auf Bundesebene, durch die Errichtung eines Universitätsklinikums in Lippe oder durch die das Projekt „Gesundheit vor Ort‘ im Rahmen des LEADER-Projekts. Die CDU behält das Thema fest im Blick.“