Kerstin Vieregge MdB zur Wehr- und Dienstpflicht-Diskussion

06.08.2018

Die Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge begrüßt die öffentliche Diskussion über die Reaktivierung der allgemeinen Wehrpflicht sowie die Möglichkeit eines verpflichtenden Dienstjahres für alle jungen Deutschen: „Deutschland erlebt eine kontroverse und zugleich sachliche Debatte über die Frage, ob und in welchem Rahmen junge Staatsbürger einen, möglicherweise geschlechterübergreifenden, Pflichtdienst im Sinne ihres Vaterlandes ableisten sollten. Darüber freue ich mich sehr, denn in unserem Lande wird viel zu selten darüber diskutiert, was junge Leute an der Schwelle zum Erwachsenenleben für das Gemeinwesen leisten können. So wie John F. Kennedy es formulierte: Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst.“

Kerstin Vieregge ist seit Anfang dieses Jahres Mitglied im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages und dort seitens der CDU/CSU-Fraktion für das Personalwesen der Bundeswehr zuständig. In den vergangenen Monaten habe sie sich bei vielen Besuchen und Gesprächen mit ganz unterschiedlichen Bereichen der Bundeswehr und der zivilen Verwaltung über die Lage in der Truppe informieren können: „Zuletzt konnte ich bei einer Informations-Lehrübung in Hammelburg in Grundzügen die infanteristische Ausbildung unserer Soldaten kennenlernen. Dabei und bei vielen anderen Gelegenheiten ist in mir die Überzeugung gereift, dass die im Jahr 2011 getroffene Entscheidung über die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht nun überdacht werden muss. Wenn man eine Bundeswehr mit knapp unter 200.000 Angehörigen als Ziel hat, sollte man offen über diese Option zur Nachwuchs-Rekrutierung sprechen“, erklärt die lippische Bundestagsabgeordnete.

In diesem Zusammenhang spricht Kerstin Vieregge sich dafür aus, bei einer solchen Diskussion insbesondere die sicherheits- und verteidigungspolitischen Bedürfnissen des Staates zu berücksichtigen: „Die sicherheitspolitische Lage, und damit verbunden die an die Bundeswehr gestellten Herausforderungen, haben sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Nicht ohne Grund rückt die Landes- und Bündnisverteidigung erneut verstärkt in den Mittelpunkt der verteidigungspolitischen Planungen. Damit werden natürlich auch Aufgaben wie zum Beispiel die Sicherung kritischer Infrastruktur wieder in den Blickpunkt geraten.“

Gleichwohl steht Frau Vieregge auch der Möglichkeit einer allgemeinen Dienstpflicht offen gegenüber: „Mir ist wichtig, dass junge Leute etwas für ihr Land leisten, dem sie viel zu verdanken haben. Dies kann im militärischen Bereich ebenso geschehen, wie im zivilen. Gerade im Pflege-Bereich oder in den sogenannten Blaulicht-Berufen, aber auch in der Jugend- und Vereinsarbeit, könnte somit viel Gutes bewirkt werden. So lernen insbesondere junge Menschen den Wert staatlichen Handelns zu schätzen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt und das Bewusstsein für unsere Demokratie würde wieder mehr gestärkt. Innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und der Arbeitsgruppe Verteidigung werde ich sehr intensiv dafür werben.“