Kerstin Vieregge MdB in Sennelager

05.08.2019

Zwischen Naturlandschaft und militärischem Sicherheitsbereich.
Die Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge hat die British Forces Germany am Standort Sennelager besucht und sich ein umfassendes Bild von der Situation des Truppenübungsplatzes Senne gemacht. Brigadier Richard Clements, Befehlshaber der britischen Streitkräfte in Deutschland, informierte die lippische Abgeordnete über die aktuelle und künftige Präsenz der Streitkräfte des Vereinigten Königsreichs in der Bundesrepublik sowie über die Nutzung der Senne. Den Schwerpunkt der britischen Aktivitäten in Sennelager bildet der Truppenübungsplatz Senne, der auf circa 11.750 ha Fläche 15 Schießplätze sowie weitere Sprengplätze und Häuserkampfanlagen beheimatet.

Genutzt wird der Truppenübungsplatz nicht nur von den britischen Streitkräften, sondern auch von der Bundeswehr und anderen NATO-Partnern, wie zum Beispiel den Niederlanden. In diesem Zusammenhang erhielt Kerstin Vieregge einen Überblick über die verschiedenen Übungsaktivitäten auf der Senne und die damit verbundenen Risiken. Für das Jahr 2020 werde eine konstante Übungstätigkeit erwartet, detaillierte Informationen dazu seien aber noch nicht vorhanden. Allein die Bundeswehr werde voraussichtlich in zehn Wochen des kommenden Jahres üben. Brigadier Clements betonte, dass bei allen Planungen die Sicherheit für Truppen und Einwohner im Mittelpunkt stehe.

Diskutiert wurde die Frage der Sperrzeiten des Truppenübungsplatzes. Nach Angaben der britischen Streitkräfte werden die Sperrzeiten in der Regel sechs Wochen vorab veröffentlicht. Diese Daten seien zu mindestens 95 Prozent verlässlich, kurzfristige Änderungen mitunter aber unvermeidlich. Letztlich handele es sich bei dem Truppenübungsplatz Senne um einen militärischen Sicherheitsbereich, in dem regelmäßig im scharfen Schuss, oft auch mit hohen Reichweiten, geübt werde. Schon allein aus Haftungsgründen seien die British Forces Germany verpflichtet, die Frage von Sperrung und Öffnung der Durchfahrtswege seriös und konsequent zu handhaben.

Dazu sagte Brigadier Clements: „Wir wollen offen sein und pflegen daher einen regelmäßigen Dialog mit den betroffenen Kommunen und der Bezirksregierung.“ Kerstin Vieregge begrüßte die Bereitschaft zum Dialog: „Klarheit und Verlässlichkeit sind hinsichtlich der Sperr- und Öffnungszeiten unerlässlich. Jedem Anlieger sollte bewusst sein, dass der Truppenübungsplatz kein grundsätzlich frei zugängliches Naherholungsgebiet ist. Trotzdem ist es gut und wichtig, wenn die British Forces Germany den regelmäßigen Austausch mit den umliegenden Städten und Gemeinden pflegen. Idealerweise sollen alle etwas von der Senne haben.“

An dem Besuch nahm auch Achim Urmes, stellvertretender Leiter des Bundesforstbetriebes Rhein-Weser, teil. Er unterrichtete Kerstin Vieregge über die Bedeutung des Truppenübungsplatzes als Naturraum und die Naturschutzarbeit auf der Senne. So gebe es seit dem Jahr 2009 eine Natura 2000-Vereinbarung, einschließlich eines Naturschutzmanagementplans in Übereinstimmung mit der militärischen Nutzung.
Zum Besuchsprogramm gehörte eine Fahrt über Teile des Truppenübungsplatzes mit einer Besichtigung der Schießbahn L. Auf dem dortigen Beobachtungsturm wurden Kerstin Vieregge verschiedene Möglichkeiten zu Schießübungen präsentiert. Auch die Herausforderungen der Kampfmittelbeseitigung wurden vorgeführt.

Kerstin Vieregge zog ein positives Fazit ihres Besuchs. Sie freue sich über die anhaltende Präsenz der Streitkräfte des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland in Ostwestfalen sowie die gute Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. In Zeiten eines schwieriger werdenden politischen Umfelds in Europa und großen sicherheitspolitischen Herausforderungen sei es enorm wichtig, gut und vertrauensvoll zusammen zu arbeiten. Zur aktuellen Lage und Zukunft des Truppenübungsplatzes erklärte die lippische Abgeordnete: „Die Senne wird seit über 120 Jahren militärisch genutzt. Ich bin froh, dass dies so bleiben wird. Denn davon profitiert auch die Bundeswehr.“