Kerstin Vieregge bei den Tigern in Fritzlar

03.09.2020

Die Dom- und Kaiserstadt Fritzlar ist Heimat des einzigen Kampfhubschrauberregiments der Bundeswehr und zugleich einer der größeren Standorte des Deutschen Heeres. Im Zuge ihrer Informationsbesuche für die Arbeit im Verteidigungsausschuss besuchte Kerstin Vieregge  MdB die rund 1.560 Soldatinnen, Soldaten und zivilen Bediensteten der Georg-Friedrich-Kaserne.

„Es findet nichts in der Bundeswehr statt, ohne dass wir dabei sind“, erklärte Oberst Sönke Schmuck, Kommandeur des Kampfhubschrauberregiments 36, der Bundestagsabgeordneten. Grundlegende Aufgaben der Heeresflieger sind im Gefechtsfall die selbstständige Führung des Kampfes und die Unterstützung von Bodentruppen in und aus dem bodennahen Luftraum, das Zusammenwirken mit Transporthubschraubern und Infanterie, die Instandhaltung der Hubschrauber und deren Bereitstellung für den Flugbetrieb sowie der Betrieb des Heeresflugplatz. All diese Fähigkeiten machen das Regiment zu einer der gefragtesten Einheiten der gesamten Bundeswehr.

Organisatorisch ist die Einheit der Division Schnelle Kräfte mit Sitz im benachbarten Stadtallendorf unterstellt. Somit sind die Heeresflieger in besonderer Weise bei den vielfältigen Einsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen der deutschen Streitkräfte gefragt, wie der stellvertretende Divisionskommandeur, Brigadegeneral Andreas Pfeifer: Einsatzerfahrung sammelte man in Afghanistan und Mali. Derzeit stellt man beispielsweise Anteile an der EU Battlegroup 2020-2. Für die nahe Zukunft steht die Rolle als Leitverband bei der Planung, Aufstellung und Ausgestaltung der Hubschraubereinsatzverbände für die NATO Response Force 2022-24 (inkl. VJTF 2023) an. In diesem Zusammenhang wurde durchaus auch die materielle Einsatzbereitschaft diskutiert. Oberst Schmuck machte deutlich, dass der Weg zur VJTF 2023 für die Kampfhubschrauber des Heeres noch sehr weit sei, stellte aber auch klar: „Wir erfüllen unseren Auftrag.“

Kerstin Vieregge informierte sich darüber hinaus über die Personallage im Regiment sowie über den Stand der Infrastruktur und der notwendigen Baumaßnahmen. Weiterhin durfte die Abgeordnete selbst in einem „Tiger“ Platz nehmen und sich in die Situation der Hubschrauber-Piloten einweisen. Dazu sagte die Abgeordnete: „Für mich als Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages ist es von zentraler Bedeutung, die Herausforderungen unserer Soldatinnen und Soldaten kennenzulernen. Ein technologisch hochkomplexes Waffensystem wie den Kampfhubschrauber Tiger zu beherrschen, erfordert höchste Fähigkeiten und eine umfassende Ausbildung. Davor habe ich besonderen Respekt. Wir Abgeordneten müssen dafür sorgen, Ausbildung und fliegerische Praxis auf höchstmöglichen Niveau für die Soldatinnen und Soldaten zu gewährleisten.“
Gemeinsam mit Brigadegeneral Pfeifer und Oberst Schmuck zog Kerstin Vieregge ein überaus positives Fazit ihres Informationsbesuchs: „Das Kampfhubschrauberregiment 36 ist ein einzigartiger Verband. Trotz höchster Belastungen sind die Soldatinnen und Soldaten zurecht stolz auf ihre Einheit und ihren Dienst. Ich habe hier erfahren, dass der politisch vorgegebene Paradigmenwechsel zurück zur Landes- und Bündnisverteidigung gelungen ist. Nun geht es darum, den Gefechtswert des Tigers und die infrastrukturelle Entwicklung des Standorts zu optimieren. Für meine Arbeit in der Verteidigungspolitik konnte ich sehr viele, wichtige Eindrücke mitnehmen.“