HanseHaus als vernetzte Insel in der Stadt

18.02.2020

„Eine Insel mitten in der Stadt“, schwärmt die lippische Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge vom Lemgoer HanseHaus, „und das mit Angeboten für alle im Haus und in der Nachbarschaft“. Erst anderthalb Jahre alt ist die Einrichtung an der Echternstraße und die Sozialen Altendienste Lippe und die Freie Altenhilfe haben hier aus dem früheren Gebäude des Kreisseniorenheimes ein neues Zentrum in der Lemgoer Altstadt in Rufweite zum Marktplatz geschaffen. Neben barrierefreien Wohnungen, einer Senioren-WG und einer Tagespflege gibt es hier auch eine Pflege-Wohngemeinschaft speziell für jüngere Menschen sowie eine Studenten-WG. Ein Cafe, Beratung- und Sportangebote sowie ein Frisör und Fußpflege sowie eine Praxis für Physiotherapie runden das Angebot ab.

„Von Beginn an war uns wichtig, dass das Projekt HanseHaus im Quartier und in der Stadt verankert sein soll“, erklärt Geschäftsführerin Elke Köller beim Rundgang mit der Bundestagsabgeordneten. Das ist seit einigen Monaten die Aufgabe von Quartiersmanagerin Carolin Kulesa, die eine Brücke zwischen dem Haus und seiner Nachbarschaft schlägt: „Wir schaffen Begegnungsmöglichkeiten, wollen wissen, was unsere Nachbarn brauchen und wie wir miteinander im Gespräch bleiben“, beschreibt sie ihre Arbeit. Die Vernetzungen sind dabei vielfältig: Bewohner der Studenten-WG spielen in der Schachgruppe mit, Nachbarn nutzen des Cafe als Treffpunkt und Schüler der nahen Grundschulen sind fast regelmäßig zu Gast.

„Insbesondere die Vernetzung, die Gemeinschaft und das soziale Leben sind für ältere Menschen wichtig – ob mit Pflegebedarf oder ohne“, stellt auch Vieregge fest. Bei dem angebotenen Tagesprogramm im HanseHaus kommt da keine Langeweile auf, hier ist immer etwas los. Und die eigenen vier Wände ermöglichen genauso den Rückzug, wenn man seine Ruhe haben möchte. Den Blick über den eigenen Gartenzaun hebt Vieregge, die als Mitglied des Kreistages einst selbst grünes Licht für das Projekt gab, ebenfalls noch einmal deutlich hervor: „Die Angebote in einer Kommune sollten kooperieren und nicht konkurrieren, nicht nur die generationen-, sondern auch die trägerübergreifende Zusammenarbeit wird in Zukunft noch wichtiger werden, damit Menschen möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können.“

Insbesondere mit der Pflege-WG für jüngere Menschen hat das HanseHaus ein Angebot geschaffen, dass in Lippe schnell nachgefragt wurde: „Es musste sich erst herumsprechen, aber dann war es vor allem für Angehörige eine Erleichterung, Wohnraum für ihre Lieben direkt in Lemgo zu finden“, beschreibt Köller die Anfänge. Womit Vieregge, Köller und Kulesa auch direkt wieder beim Thema sind: „Die Pflege hat vor allem ein Image-Problem“, stellen sie fest, „die Wertschätzung des Berufes ist wichtig.“ Gerade im HanseHaus ist die Wertschätzung auch untereinander sehr hoch: „Die freundliche, helle Stimmung findet sich nicht nur in der Architektur des Hauses wieder, sondern vor allem in den Gesichtern der Bewohner und Mitarbeiter – das ist toll“, freut sich Kerstin Vieregge.