Grünkohl - das lippische Wundergemüse

20.12.2019

Dass rund 80 Prozent der in Deutschlands Supermärkten verkauften Grünkohl-Konserven aus Lage stammen, wissen selbst viele Lipper nicht. Die Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge nahm bei ihrem Besuch des Traditionsunternehmens Lipperland-Konserven das lippische Leib-Gemüse genauestens unter die Lupe: „Mittelständische Unternehmen gehören zu Lippe wie der Grünkohl - und speziell hier verbinden sich regionale Landwirtschaft, lebendige Tradition und gesunde Lebensmittel in einzigartiger Weise“, lobt sie.

Mit 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sorgt Werksleiter Walter Preßler in der derzeitigen Hochsaison des Grünkohls für steten Nachschub in den Regalen: „Wir füllen den frisch angelieferten Grünkohl in Gläser und Dosen aller Größen“, berichtet er beim Rundgang über das Werksgelände. Die Lieferanten sitzen dabei ausnahmslos in Lippe, binnen weniger Stunden ist das grüne Gemüse vom Feld in der Dose oder im Glas. „Diese Frische ist uns besonders wichtig – nur so behält der Grünkohl seine Vitamine und seinen Geschmack“, so Preßler. Lipperland-Konserven ist bundesweit der größte Grünkohlkonservenhersteller. Lippischer Grünkohl findet von Ehrentrup aus seinen Weg sogar bis in die Vereinigten Staaten. „Nach Australien haben wir auch schon mal einen Container verschifft“, erwähnt Preßler, viele Online-Bestellungen kämen aber auch von Exil-Lippern südlich des „Weißwurst-Äquators“ und selbst Michelle Obama greift gerne mal zu Grünkohl-Chips.

„Das hat seinen Grund vor allem im Vitamingehalt des Grünkohls, der ihn besonders gesund macht. Durch die schonende Zubereitung behält unser Kohl seine natürlichen Nährstoffe und ist somit ein echtes Wundergemüse“, weiß Fachmann Preßler. Und auch wenn der echte Lipper Grünkohl eigentlich erst isst, wenn der erste Frost über das Land gezogen ist: Durch moderne Zuchtmethoden ist der Bitterstoffgehalt in der Pflanze so gering, dass es heute nicht mehr unbedingt notwendig ist, vor dem Verzehr von Grünkohl auf Minusgrade zu warten, damit die Bitterstoffe vom ansteigenden Zuckergehalt überdeckt werden.

Nachdem ursprünglich in Lage auch Obst und anderes Gemüse abgefüllt wurde, spezialisierte sich „Lubella“ – so der frühere Name des Unternehmens – auf die „lippische Palme“. Damit waren die Werkshallen im Herbst und Winter ausgelastet. Das 1949 gegründete Familienunternehmen wurde Anfang des Jahrtausends Teil der Paulsen-Gruppe (Otterndorf/Cuxhaven), so dass der Produktionsstandort in Lage seither wieder ganzjährig, durch Erweiterung des Sortimentes, produktionstechnisch voll ausgelastet ist.  „Für die Zukunft sind wir somit hervorragend aufgestellt“ – Versorgungslücken beim lippischen Grünkohl sind also nicht zu befürchten, wie nicht nur Kerstin Vieregge erleichtert feststellen konnte.