Forschung in Lippe stärken

03.07.2018

Die frühere Domäne Biemsen in Bad Salzuflen ist seit Jahrzehnten ein hochtechnisierter und erfolgreicher Pflanzenzüchtungsstandort – die lippische Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge ließ sich hier über die aktuellen Entwicklungen und Probleme der Branche informieren und nahm Projekte wie den Rad-Wanderweg mit Informationen zu Pflanzenzucht und –schutz selbst in Augenschein. Dr. Thomas Räder (Geschäftsführer Syngenta), Dr. Markus Baier (Leiter der Forschungslabore Europa) und Peter Hefner (Leiter Corporate Affairs) wiesen beim Rundgang durch die Anlage in Lockhausen auf viele Erfolge, aber auch manches Hindernis hin. Für die Lösung eines konkreten Problems will sich Vieregge in Berlin auch unmittelbar aktiv einsetzen.

Neben der Forschung insbesondere im Bereich der Gerste, des Raps und bei Mais steht das Unternehmen auch für Ausbildungsplätze vor Ort und den intensiven Dialog mit den Bauern und Landwirten der Region. Und auch die Menschen in Lippe profitieren von den Initiativen wie der „Bienenweide“, mit der Ackerrandstreifen zu Nahrungslieferanten für Insekten werden. Oder dem neu angelegten Wander-Radweg „Nachhaltige Landwirtschaft“, der an verschiedenen Stationen rund um die Domäne Biemsen interessante Informationen zur Landwirtschaft, zur Artenvielfalt und zum Pflanzenschutz gibt. „Eine tolle Initiative, um vor allem auch den Menschen die Landwirtschaft wieder näher zu bringen. Mancher weiß heute nicht mehr, warum was auf den Feldern stattfindet“, weiß auch Vieregge.

„Ein lippischer Standort mit hohe europäischer Bedeutung in einem weltweiten Verbund - das ist in Zeiten der Globalisierung entscheidend und muss von der Politik vor Ort und in Berlin weiter gefördert werden.“ Konkret wolle sie sich über eine Verbesserung der Zulassungsverfahren bei den entsprechenden Bundesämtern bemühen, so die lippische Bundestagsabgeordnete: „Die Abarbeitung der Registrierungsanträge hält derzeit nicht mit den Innovationen der Branche Schritt: Es gibt wesentlich mehr Anträge pro Jahr, als abgearbeitet werden können.“ Einig war sich Vieregge mit den Vertretern von Syngenta, dass dieser „Flaschenhals“ den Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland und damit auch Lippe empfindlich behindere.

Dabei setzt Syngenta in Lippe auf langfristige Weiterentwicklung: Bereits in den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen verstärkt in der Niederlassung Bad Salzuflen investiert. So wurden seit 2013 über neun Millionen Euro für den Bau einer neuen Prozessanlage aufgebracht und in diesem Jahr weitere acht Millionen Euro für einen Neubau ausgegeben. „Damit stellen wir auch langfristig die erfolgreiche Tätigkeit am Standort mit unseren über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher“, erklärte Dr. Baier.