Essen, wo es hingehört

03.09.2019

Gedrängelt wird nicht, stattdessen gibt es reibungslose Organisation hinter den Kulissen und ein freundliches Wort oder einen kurzen Plausch mit jedem Besucher: Bei der Ostlippischen Tafel erhalten Bedürftige gegen einen kleinen Obulus Lebensmittel, die ansonsten entsorgt worden wären. Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitstour hat die lippische CDU-Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge auch in der Hausmannstraße 18 Station gemacht: „Armut und Hunger zu bekämpfen sind Ziele der globalen Nachhaltigkeitsagenda – und das eben auch bei uns vor Ort in Lippe. Deshalb bin ich den Tafeln sehr dankbar, dass sie mit ihrem ehrenamtlichen Engagement einen wichtigen Beitrag für Menschen leisten, denen es nicht so gut geht wie anderen.“

Wöchentlich werden an den Ausgabestellen in Barntrup, Dörentrup, im Extertal, im Kalletal und eben in Blomberg rund 800 Familien mit insgesamt knapp 1700 Personen mit Lebensmitteln versorgt. Insgesamt gibt es über 900 Tafeln in ganz Deutschland. Die Ostlippische Tafel wird in von evangelischen und katholischen Kirchengemeinden und Verbänden gemeinsam getragen und ist dabei auf Spenden angewiesen: „Es kann immer nur verteilt werden, was wir von den Unternehmen bekommen“, berichtet Pastor Hermann Donay. Gemeinsam werden die Lebensmittel dann überprüft, vorsortiert und anschließend von den rund 30 engagierten Helfern der Tafel in vorbereitete Körbe verpackt. „Von der Einzelperson bis zur Großfamilie: Wir stellen anhand der Nachfrage und des Angebotes Pakete zusammen, das gewährleistet auch eine faire Verteilung.“

Nach ihrer Motivation gefragt, kommen aus dem Kreis der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spontan die drei Punkte, die ihnen wichtig sind: Etwas zurückgeben, etwas Sinnvolles tun und die Verschwendung von Lebensmitteln verringern. Das kann auch schon mal fast zum Full-Time-Job werden, wenn der Kühllaster eine große Ladung Fleisch abholt und sie an die Stationen der Tafeln in Lippe verteilt: „Wir arbeiten vernetzt mit den Tafeln der Region zusammen. Damit Lebensmittel nicht zu lange gelagert werden und bei großen Lieferungen stimmen wir uns aber, wer die Lebensmittel dann zu welchen Ausgabetagen erhält“, erklärt Donay.

Die Probleme für die Organisatoren sind oft vielfältig, manchmal überraschend, „aber wir sind kreativ und finden immer eine Lösung“. Gemeinsam hat man deshalb bei der Ostlippischen Tafel eine ausgeklügelte Logistik entwickelt, vom Packen der Kisten bis hin zur Reihenfolge der Ausgabe. Wünsche an die Politik gibt es auch von den Helfern der Tafel: „Um die Einhaltung der Kühlketten zu gewährleisten, wäre eine Unterstützung für die Anschaffung von Kühlwagen oder den Einbau von Kühlräumen toll“. Das würde auch das Angebot der Tafeln erweitern, denn manche Unternehmen sehen aus hygienischen Gründen davon ab, Molkerei-Produkte oder andere gekühlte Waren an die Tafeln zu spenden.

Zugleich könnte ein bundes- oder landesweit einheitliches System von Sozialausweisen die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Tafeln und Unternehmen verbessern: „Die Teilnahme an der Tafel hängt von vielen Faktoren ab, die jede Tafel für sich ähnlich, aber eben individuell definiert. Durch eine Art Sozialausweis wäre viel klarer, dass jemand mit diesem Ausweis unsere Unterstützung in Anspruch nehmen kann – denn auch das ist nicht jedem klar“, so Donay.

 


Wer die Arbeit der Ostlippischen Tafel unterstützen viel, kann dies auf unterschiedliche Weise tun: Alle Informationen finden Sie auf der Internetseite der Ostlippischen Tafel