Ein Meilenstein für die Tourismusbranche

08.11.2019

Kerstin Vieregge spricht im Deutschen Bundestag zur Nationalen Tourismusstrategie:
Flächendeckende Mobilitätsangebote, Stärkung des Ländlichen Raums, Ausweitung der medizinischen Gesundheitsstruktur unter Einbeziehung der Kur- und Heilbäder sowie ein Dank an die vielen Ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer waren Bestandteil der Debatte zum Antrag der CDU, CSU und SPD Koalition "Mit nationaler Tourismusstrategie den Standort Deutschland weiter stärken".

"Wir benötigen eine Bäderoffensive!", dies war für mich Kernanliegen bei Erarbeitung der nationalen Tourismusstrategie. Auf meine Initiative hin ist es gelungen, dass die mehr als 350 Heilbäder und Kurorte in Deutschland als wichtige Standorte für Gesundheitsdienstleistungen in der Strategie berücksichtigt werden um eine Verbindung zu schaffen zwischen einem besseren touristischen Angebot und gleichzeitig der Verbesserung der Infrastruktur im Ländlichen Raum. Damit erhalten wir gerade ländliche Regionen attraktiv. So überzeugt beispielsweise Ostwestfalen-Lippe mit vielen Kur- und Heilbädern und einem Reichtum an kostbarem Naturraum wie dem Teutoburger Wald, welcher mit einem nachhaltigen Tourismuskonzept erschlossen ist. Hier wird Qualitäts- und Aktivurlaub kombiniert und ist Vorbild für viele weiteren Regionen Deutschlands. Wandern und Radfahren in Abwechslung zu medizinischen Dienstleistungen und Wellnessangeboten in den Kur- und Heilbädern sowie einem kulturellen Angebot, lassen den Urlaub auf dem Lande u einem besonderen Erlebnis werden.

Des weiteren war es mir wichtig als zuständige Berichterstatterin für Digitalisierung in der AG Tourismus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion das Thema  der veränderten Werbe- und Buchungsmöglichkeiten anzusprechen. Es ergeben sich riesige Chancen durch die Digitalisierung, insbesondere für den ländlichen Raum und Nischenanbietern. Man darf jedoch die wirtschaftlichen Gefahren nicht außer Acht lassen. Denn mit jeder Buchung oder Werbeschaltung über die neuen global agierenden Portale geht ein Teil der Wertschöpfung in der Region und meist auch in Deutschland verloren.

Die Sharing Economy bietet ebenfalls viel Potenzial, aber auch hier müssen wir dafür sorgen, dass es keine Wettbewerbsverzerrungen gegenüber traditionellen Anbietern gibt und Wohnraumprobleme, gerade in Ballungsgebiete durch diese Dienste verschärft werden.

Zum Hintergrund:

Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 19. Legislaturperiode wird
die Bedeutung des Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland hervorgehoben und wird eine nachhaltige Stärkung der touristischen Entwicklung angestrebt.
Unter Beachtung der föderalen Grundsätze der Tourismuspolitik und der Kompetenzen des Bundes für die Tourismuswirtschaft soll ein ganzheitlicher wirtschaftspolitischer Ansatz in Form einer nationalen Tourismusstrategie entwickelt werden. Dabei
sollen die Rahmenbedingungen für den Tourismus in Deutschland weiter verbessert
werden.
In einer ersten Stufe hat die Bundesregierung am 30. April 2019 die Eckpunkte für die nationale Tourismusstrategie mit den strategischen Zielen und den Handlungsfeldern vorgelegt. Die darin genannten übergeordneten politischen Ziele sind die Erhöhung der inländischen Wertschöpfung für Betriebe, Beschäftigte und Bevölkerung, eine nachhaltige Steigerung der Lebensqualität der in Deutschland lebenden Menschen und einen Beitrag zur internationalen Stabilität zu leisten.

In einer zweiten Stufe soll in einem Dialogprozess bis zum Frühjahr 2020 ein Aktionsplan der Bundesregierung mit konkreten Maßnahmen erstellt werden, zu dem die einzelnen Bundesressorts in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen und in ihrer jeweiligen Verantwortung beitragen. Außerdem sollen weitere wichtige Akteure in Wirtschaft und Politik im Bereich des Tourismus, insbesondere die Bundesländer, aufgefordert werden, sich dieser Initiative anzuschließen und eigene Aktionspläne zu entwickeln, die dazu beitragen, die Ziele der nationalen Tourismusstrategie voranzutreiben.

Deutschland ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsstandort, sondern auch ein sehr attraktives Reiseziel für immer mehr Gäste aus dem In- und Ausland. Seit vielen Jahren hat das positive Image von Urlaub in Deutschland deutlich zugenommen.

Fast drei Millionen Beschäftigte arbeiten in Deutschland in der Tourismusbranche, was einem Anteil von 6,8 Prozent aller Arbeitsplätze entspricht. Diese Arbeitsplätze sind an den Standort Deutschland gebunden und nicht exportierbar. Als personalintensive Dienstleistungsbranche bietet die Tourismuswirtschaft große Chancen für die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie gute Einstiegs- und Aufstiegschancen auch für gering qualifizierte Arbeitskräfte. Besonders das Gastgewerbe beweist auch seine besondere Integrationskraft für Flüchtlinge und Migranten, die hier bereits vielfach Arbeits- und Ausbildungsplätze gefunden haben. Neben hauptamtlich Beschäftigten tragen auch die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer überall in der Tourismusbranche zu einer erfolgreichen touristischen Infrastruktur vor Ort bei. Dies gilt es zu stärken.

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