Ein erstklassiges Erlebnis trotz Baustelle

09.07.2019

Berlin ist immer eine Reise wert: “Erstklassig“ fanden die Besucherinnen und Besucher des Kommunalen Ausbildungsnetzwerkes „Go K.A.Li“ aus Lippe nicht nur die abendliche Dampferfahrt auf der Spree mit einem „Eisern-Union“-Schiff des in die erste Bundesliga aufgestiegenen Traditionsvereins der Stadt. Auch die übrigen Programmpunkte trafen den Geschmack der jungen Auszubildenden aus den Kommunen und kommunalen Unternehmen mit ihren Betreuern: Ein Besuch im Reichstag, Diskussionsrunde mit der lippischen CDU-Bundestagsabgeordneten Kerstin Vieregge, eine Besichtigung des Potsdamer Platzes sowie bleibende Eindrücke aus der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße. „Für viele junge Menschen ist die deutsche Teilung etwas, was sie sich heute kaum vorstellen können, deshalb ist es wichtig, die Erinnerung wach zu halten“, fand nicht nur Werner Günzel, Ausbildungsleiter der Stadt Detmold und Betreuer von „Go K.A.Li“.

Daneben standen bei der dreitägigen Fahrt auf Einladung der Bundestagsabgeordneten auch aktuelle politische Themen im Fokus: „Mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung der Besoldungsstrukturen wollen wir nach der Sommerpause den öffentlichen Dienst und seine Ausbildung attraktiver gestalten“, berichtete Vieregge. Davon profitieren sollen nach dem Willen der Bundesregierung nicht nur Polizisten, sondern die öffentliche Hand als Arbeitgeber insgesamt. „Wir brauchen für unser Land die besten Köpfe auf allen Ebenen – bei dem sich verschärfenden Fachkräftemangel müssen Kommunen und Behörden, kommunale Dienstleister und öffentliche Unternehmen deshalb stärker und besser wahrgenommen werden. Dazu gehört auch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Auszubildende, Angestellte und Beamtenanwärter.“

Aus Sicht von Kerstin Vieregge MdB gehört dazu auch eine intensivere Digitalisierung: „E-Government darf auch im ländlichen Raum kein Fremdwort sein. Dazu brauchen wir den weiteren Breitbandausbau, aber auch frisches und digitales Denken in den Köpfen“, sagte sie zu den Auszubildenden. Diese berichteten von ganz unterschiedlichen Erfahrungen in Sachen Digitalisierung von Verwaltung, waren sich aber einig: „Das wird die Zukunft werden.“

Einziger Wermutstropfen der drei regenfreien Tage in der Bundeshauptstadt: Weil erstmals seit dem Regierungsumzug 1999 von Bonn nach Berlin der Teppichboden im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes während der Sommerpause ausgewechselt wird, fiel die Besichtigung des Herzens der deutschen Demokratie etwas anders aus als geplant. Aber immerhin: „Wir haben es gesehen, bevor es am nächsten Tag in der Zeitung stand“, freute sich ein Azubi beim Blick in die Nachrichten am nächsten Morgen.