Ehrenamt – Die wichtigste Säule unserer Gesellschaft

Auch im Ehrenamt steht der ländliche Raum für mich im Mittelpunkt. Auch wenn das freiwillige Engagement einen anderen Charakter bekommen hat. Denn in der Vergangenheit war das Ehrenamt und die Nachbarschaftshilfe noch von einem schwierigen Umfeld der Nachkriegszeit im 20. Jahrhundert geprägt und hatte eine etwas andere Bedeutung. Damals standen Wohnraum, Ernährung oder das Stricken von warmen Socken im Vordergrund.

Aber heute, und ich glaube auch in Zukunft, ist für mich Ehrenamt die wichtigste Säule unserer Gesellschaft. Darum freue ich mich, dass ich in meinem Elternhaus von klein an, als ich noch gar nicht wusste was gemeinnützige Arbeit bedeutet, mitbekommen habe, wie meine Mutter bei den Landfrauen neben ihrer nicht wenigen Arbeit einbrachte. Oder, wenn die sich die Dorfgemeinschaft traf und Kuchen gebacken wurde. Ich habe nicht einmal verstanden, dass der Kuchen gar nicht für uns war und ich somit auch nicht naschen durfte. Aber wenn ich dann im Dorf ein Stück in Gesellschaft mitessen durfte und viele sagten „oh, schmeckt der gut“, war ich stolz auf meine Mama. Oder ich saß bei Papa auf dem Trecker, der im Dorf zusammen mit den Nachbarn Kopfweiden beschnitt. Wer so groß wird, weiß diese Arbeit der so vielen zig tausend Menschen ganz anders zu schätzen. Ich auf jeden Fall, habe große Hochachtung vor all denen, die sich gesellschaftlich engagieren. Oft sind es auch Aufgaben, die sonst die Städte oder Gemeinden erledigen müssten. Für mich ist Ehrenamt auch ein Stück Kitt der Gesellschaft oder der Gemeinschaft.

Besonders schön ist es für mich, wenn das Miteinander über Generationen hinweggeht. Wir könnten fast sagen, so ein Engagement oder Amt wird vererbt: Opa, Vater, Sohn in der Feuerwehr oder im Sport, wo viele nach der aktiven Zeit als Übungsleiter oder im Vorstand mitarbeiten.

Oder wenn ich sehe, dass Menschen ihnen fremde oder bekannte, ältere Menschen betreuen. Menschen, die oft allein sind und nur ganz wenige Weggefährten zum Reden haben. Mit wie viel Liebe das Kaffeetrinken vorbereitet oder eine Tagesfahrt organisiert wird. Ich glaube, dass da auch die eine oder andere Träne vor Dankbarkeit fließt.

Ich weiß auch zu schätzen, dass gerade die Menschen, die mitten im Berufsleben stehen und/oder kleine Kinder haben sich beispielsweise sehr im Kindergarten einbringen, oft nicht noch mehr leisten können. Aber wenn wir alle etwas bewusster Leben und unseren Nachbarn, unsere Dorfgemeinschaft und deren ehrenamtliche Leistungen genauso anerkennen wie Arbeit und Beruf, auch einmal lächeln, oder Danke sagen, dann gehen wir gemeinsam in eine gute Zukunft. Wenn ich etwas dazu beitragen kann, freue ich mich umso mehr, dass meine Eltern mich als kleines Mädchen genau dabei mitgenommen haben.

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