Egal, was kommt: „Arbeit hört nie auf“

25.08.2020

Vom „Recht auf Nicht-Erreichbarkeit im Homeoffice“, den Herausforderungen an die Infrastruktur im ländlichen Raum bis hin zur schulischen Bildung: Bei der Diskussionsrunde zur Zukunft der Arbeit für einen wirtschaftlich starken ländlichen Raum auf Einladung der lippischen CDU-Bundestagsabgeordneten Kerstin Vieregge fanden viele Themen Platz. Als besonderen Gast konnte Vieregge den Vorsitzenden der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Uwe Schummer MdB, begrüßen. Gemeinsam mit CDU-Landratskandidat Jens Gnisa, dem Detmolder Bürgermeisterkandidaten Jörg Thelaner sowie Vertretern der jungen Generation, von Arbeitgebern und Verbänden.

In der Diskussion legte Uwe Schummer besonderen Wert auf die Einbindung der Arbeit in ein christliches Menschenbild: Die Sinnstiftung von Arbeit und die Wertschätzung des Menschen seien für ihn zwei Gründe, deutlich gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen Stellung zu beziehen. „Wir wollen keine Weghalteprämie. Wir wollen die Arbeit von Unmenschlichkeit befreien – aber nicht den Menschen von der Arbeit.“ Ein Punkt, den auch Vieregge unterstützt: „Die Nachhaltigkeit eines Arbeitslebens beginnt mit dem Fundament einer guten Ausbildung – ob in einem Unternehmen der der Hochschule. Gerade die duale Ausbildung hat sich hier in Deutschland als ausschlaggebender Faktor gezeigt und steht als Garant für ein erfolgreiches Leben.“

Mit Blick speziell auf Lippe stellte CDU-Landratskandidat Jens Gnisa die positiven Perspektiven in den Mittelpunkt: „Der ländliche Raum kann vor einer Renaissance stehen, wie wir in den vergangenen Wochen und Monaten festgestellt haben – wenn wir vor Ort unsere Hausaufgaben machen.“ Sowohl für ihn wie auch CDU-Bürgermeisterkandidat Thelaner stehen dabei vor allem die engere Vernetzung von Wirtschaft und Politik im direkten Dialog, aber auch Infrastrukturmaßnahmen bei Digitalisierung und Mobilität im Mittelpunkt.

Klare Arbeitsaufträge in Richtung Politik wie Wirtschaft gab es von den Teilnehmern aber auch: So wurde deutlich angemerkt, dass das Arbeitszeitgesetz in seiner jetzigen Form weder die Plattformökonomie noch die Arbeit im Homeoffice berücksichtige. „Mit den Experimentierklauseln im Koalitionsvertrag wollen wir hier Änderungen herbeiführen. Im Bundesarbeitsministerium wird derzeit an Entwürfen gearbeitet“, konnte Schummer aus Berlin berichten. Auch die bessere Unterstützung bei der Entwicklung von Berufsperspektiven bereits in der Schule wurde gefordert. Gerade in der jetzigen Zeit sei es notwendig, die künftigen Entwicklungen vorzudenken: „Nach der Krise ist vor dem Aufschwung“, mahnte Uwe Schummer zum Handeln.

„Arbeit hört nie auf – aber sie gestaltet sich anders. Und unsere Aufgabe ist es, sie menschlich zu gestalten“, fassten Schummer und Vieregge die Herausforderungen der Zukunft zusammen. In Lippe und OWL sei man dabei mit vielen Impulsen von Spitzenclustern, innovativen Unternehmen und einer gut aufgestellten Bildungslandschaft auf dem richtigen Weg, den man intensivieren müsse.