Dialog mit der DEHOGA Lippe: Brauchen Unterstützung der Politik

31.01.2020

Trotz insgesamt positiver Zahlen schaut man bei der DEHOGA Lippe sorgenvoll auf die Zukunft: „Das Gasthofsterben setzt sich fort, wir brauchen Unterstützung aus der Politik“, erklärte DEHOGA-Präsident Holger Lemke. Beim gemeinsamen Austausch mit der lippischen Bundestagsabgeordneten Kerstin Vieregge mit dem DEHOGA-Präsidium wurde schnell klar: „Die Positionen und Wünsche der Gastronomen werden in Berlin sehr deutlich wahrgenommen – viele Bereiche betreffen dabei nicht nur die Gastronomie, so dass wir übergreifende Lösungen brauchen“, erklärte Vieregge mit Blick auf Mehrwertsteuerregelung, 450-Euro-Jobs oder die Bon-Pflicht. „Grundsätzlich ist mir besonders wichtig, dass wir die Bürokratie in den Griff bekommen, damit Hoteliers, Restaurantbesitzer oder Kneipenwirte mehr Zeit für den Service am Gast haben – und nicht Stunden mit dem Ausfüllen von Formularen verbringen“, so Vieregge.

Insbesondere die Anhebung der 450-Euro-Grenze für Mini-Jobber war ein zentrales Thema der angeregten Diskussion in der lippischen DEHOGA-Zentrale. „Während tarifliche Steigerungen selbstverständlich sind, ist die Minijob-Grenze seit 2013 unverändert. Im Endeffekt arbeiten 450-Euro-Kräfte heute tatsächlich weniger, weil die Bezahlung pro Stunde gestiegen ist“, erklärt Lemke die Probleme in der Praxis. Gleichzeitig dürfe eine Erhöhung des Mindestlohns nicht dazu führen, dass festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benachteiligt werden – „hier darf kein negativer Wettbewerb zwischen Aushilfen und tariflich Beschäftigten entstehen.“ Ebenso erneuerte Lemke die Forderung nach der Einrichtung einer Wochen- statt Tagesarbeitszeit: „In der Realität ist es schwierig, die gesetzlichen Anforderungen mit dem betrieblichen Alltag in einen vernünftigen Einklang zu bringen."

Der Fachkräftemangel ist auch in der Gastronomie-Branche ein Dauerbrenner: Hier sucht die DEHOGA noch Unterstützung für ein Qualifizierungsprojekt, dass insbesondere die Sprachkenntnisse mit ihren Fachbegriffen erhöhen soll. Insgesamt stellt Lemke für Lippe fest, dass vor allem Menschen mit Migrationshintergrund oft hochmotivierte Mitarbeiter seien. Eine Einschätzung, die auch Kerstin Vieregge teilt: „Die Gastronomie bietet Einstiegs- und Aufstiegschancen für jedermann, der persönliche Einsatz zahlt sich hier besonders aus. Motivierte Mitarbeiter, gute Angebote und perfekter Service sorgen dafür, dass Lippe nicht nur als Tourismusregion bei seinen Gästen punkten kann, sondern vor allem auch wir Lipper von einer lebendigen Gastro-Szene vor unserer Haustür profitieren.“