„Bienenführerschein“ im Gespräch

17.07.2020

Die Imkerei als Hobby erfreut sich immer größerer Beliebtheit – und gerade im ländlichen Raum sehen sich Landwirte und Bienenzüchter inzwischen als Partner. Wie das Ganze im städtischen Raum aussieht, hat sich die lippische CDU-Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge jetzt vom Bad Salzufler Imker Ulrich Perlitius zeigen und erklären lassen. Gerade private Gärten liefern das Futter über das ganze Jahr, doch auch Stadt-Imker plagen Sorgen. Dabei ein Wunsch: Die Einführung eines „Bienen-Führerscheins“ als Qualifikationsnachweis für Imker und Hobby-Züchter. „Die Idee eines „Bienenführerscheins“ unterstütze ich nachhaltig – nach dem Einblick in die wertvolle Arbeit der Imker noch mehr denn vorher“, so Kerstin Vieregge.

Was sehr bürokratisch klingt, hat praktische und ernste Hintergründe: „Nicht alle Imker und die Standorte ihrer Völker in Deutschland sind erfasst. Das bringt Probleme, wenn beispielsweise ein Volk erkrankt – ohne Information an die anderen Imker kann das zu einer Verbreitung und damit zum Tod vieler Bienenvölker führen“, erklärt Perlitius, der selber natürlich Mitglied im Imkereiverein ist. „Wir hantieren ja mit Lebensmitteln. Dabei sind auch verschiedene Dinge zu beachten, schließlich soll der Honig ja auch auf dem Brot oder in der Küche landen. Schon deshalb ist ein sorgfältiges Arbeiten und Nachhalten der Imkerei notwendig.“

Ökonomen haben ausgerechnet, dass die Bienen in Deutschland mit der Bestäubung von Obst, Gemüse und Blumen eine Arbeit im Wert von etwa 2,5 Milliarden Euro erbringen. Für 500 Gramm Honig werden circa 75 Millionen Blüten bestäubt. „Zahlen, die beeindrucken. Aber viel wichtiger ist die Rolle der Bienen beim Erhalt unserer Nahrung. Deshalb unterstütze ich auch die Initiative „Bienenfüttern.de“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Auf der Webseite gibt es vor allem praktische Tipps, wie man seinen Balkon oder Garten zum Bienen-Buffet machen kann“, erklärt Vieregge.

„Gerade jüngere Menschen fragen in der letzten Zeit häufiger nach, wollen selber aktiv werden“, hat Perlitius beobachtet und freut sich mit Vieregge über diesen Trend. Und eine Sorge kann der passionierte Imker der Abgeordneten auch gleich noch nehmen: „Die Biene hat in der Regel etwas Besseres zu tun, als Dich zu stechen“, lacht er. „Bleibt man selber friedlich, bleibt sie es auch.“