Augustdorfer Soldaten in Berlin: Gespräch zu Deutsch-Russische Beziehungen

05.07.2018

Regelmäßige Veranstaltungen zur politischen Bildung sind Bestandteil des Soldatenberufs. Somit begab sich das Offiziers-Korps des Panzergrenadier-Bataillons 212 aus Augustdorf zu einer Weiterbildungs-Reise, zu deren Zielen auch die deutsche Hauptstadt und der Bundestag zählten. Thematischer Schwerpunkt dieser Offiziers-Weiterbildung (OWB) waren die Beziehungen Deutschlands zu Russland. Dazu fand ein Gespräch der Augustdorfer Soldaten mit der lippischen Bundestagsabgeordneten Kerstin Vieregge und Prof. Dr. Karl Lamers MdB statt.

Kerstin Vieregge nutzte die Gelegenheit, die Soldaten aus dem Lipperland im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages willkommen zu heißen und über aktuelle verteidigungspolitische Debatten zu berichten. „Nachdem ich im März bei einem Standortbesuch in der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne Ihr Gast sein durfte, freut es mich besonders, dass ich heute für Sie da sein darf“, sagte die Abgeordnete. Sie wies darauf hin, dass der Standort Augustdorf für die Bundeswehr von besonderer Bedeutung sei: „Die Panzerbrigade 21 mit allen Einheiten profitiert sehr von den Gegebenheiten der Senne. Dort sind beste Möglichkeiten zur Vorbereitung auf Einsätze und weitere Herausforderungen gegeben. Für den Erhalt der militärischen Nutzung setze ich mich gerne ein“, erklärte Kerstin Vieregge.

Prof. Dr. Karl Lamers MdB, der auch führendes Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO ist und dem Gremium bereits als Präsident vorstand, informierte die Offiziere über die aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen Deutschlands und die wechselhaften Beziehungen der Bundesrepublik und ihrer Bündnis-Systeme zu Russland. „Wir befinden uns keinesfalls in einem neuen Kalten Krieg, aber die Temperaturen im Verhältnis unser beider Staaten sind schon spürbar abgesunken“, erklärte der erfahrene Sicherheitspolitiker. Lamers ging in seinem Vortrag insbesondere auf die Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen seit dem Amtsantritt von Präsident Wladimir Putin ein. Die Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 bezeichnete er als „Game Changer“, aber auch als Konsequenz einer seit dem Jahr 2007 fortlaufenden Entwicklung der russischen Außenpolitik. „Seit dem russischen Vorgehen in der Ost-Ukraine hat sich der Blick auf Russland massiv verändert. Dem wird durch die Beschlüsse der NATO-Gipfel von Wales und Warschau und die daraus folgende Ausrichtung der Bundeswehr Rechnung getragen. Unsere Streitkräfte sollen, gleichrangig zur Bewältigung Internationaler Krisenmissionen, wieder zur Landes- und Bündnisverteidigung befähigt werden.“